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5. Forum Steinhuder Meer 2020

Das Amt für regionale Landesentwicklung veranstaltete am 06.03.2020 das 5. Forum Steinhuder Meer in Steinhude. Der WSV-StM war vertreten durch Michael Zurawek und Detlev Heinsohn.

Beitrag von Michael Zurawek über das 5. Forum Steinhuder Meer.

Ausblick weiterhin trübe

Die Veranstaltung war sehr gut vorbereitet und durchgeführt. Außerdem auch sehr interessant. Die Themen wurden wie in dem Flyer abgearbeitet:

1. Rahmenbedingungen der Entschlammung 

2. Wasserwirtschaftliche Situation im Wassereinzugsgebiet 

3. Ökologische Zustand 

4. Entschlammungsmaßnahmen 

5. Tiefenmessungen und Echolotmessung 2019

Die Veranstalter haben das Thema „Erweiterung des Naturschutzgebietes“ nicht in die Agenda aufgenommen und auf Nachfragen wollten sie auch über diesem Thema nicht sprechen. (Dazu gab es bereits im November eine andere Veranstaltung in Neustadt.) Die Informationen zu den einzelnen Punkten wurden sehr umfangreich und interessant, aber „rund“ gehalten. Die Referenten sind von unterschiedlichen Ämtern gewesen.

Zu 1. Die Mächtigkeit der Schlammschicht variiert von 5 cm bis über 1,0 m und verändert sich ständig in Lage und Form. Es sind jedoch Bereiche mit ca. gleichbleibende Schichtstärke und Lage. Es sind regelmäßig auftretende Strömungen im Meer (Einfluss der Westwinde). Die Bestandsaufnahmen, Entschlammungsstrategie, Wasserstandmanagement, Nährstoffeinträge etc. werden durch die Interessengruppen unter der Regie von „arl-lw“ für die nachhaltige Nutzung in einem Seeentwicklungsplan erfasst und umgesetzt.

Zu 2. Hier wurden uns nicht prüfbare Zahlen vorgelegt, manche aber durchaus interessant:

 - Maximaler Wasserstand (Überlauf) 38,05 m ü. N.N.

- Verdunstung bei +25° C ca. 7 mm / Tag entspricht bei Seefläche von 30 km2 ca. 210.000 m3 / Tag 

- Abfluss über den Meerbach (gem. Betriebsplan) maximal 200 l/ s 

- Künftige geplante und Planfestgestellte Fischaufstiegsanlage => 200 l/s (wird mit der Menge über Ablassbauwerk verrechnet)

 - Gesamtes Seevolumen ca. 40 Mio. m3 Wasser - Wassereinzugsgebiet ca. 80 km2 - Haupteinspeisung über Grundwasser (Quellen) ca. 60 %

Zu 3. Das Wasser im Steinhuder Meer ist als Badegewässer in Ordnung. Die Zuflüsse im Nordosten (Bereich Moorhütte) aus der Oberflächen-entwässerung der Moorgebiete und landwirtschaftlichen Flächen beinhalten sehr viele Nährstoffe die beschleunigen Bewuchs von Algen und Entstehung von Schlamm. Der Schlamm / Sedimente im Steinhuder Meer sind teilweise belastet mit Schwermetallen und deswegen ist eine Lagerung oder sogar Entsorgung des Schlammes sehr problematisch und außerdem sehr kostenintensiv (Entsorgung 1 Tonne Schlamm kostet bis 200 €)  

Zu 4. Die laufenden Entschlammungsmaßnahmen wurden aufgrund einer Karte erläutert und die betroffenen Vereine fragten die Termine ab. (Bilder zu 2 und 4 im Anhang)

Es ist sehr schwer, geeignete Flächen / Polder im Wassereinzugsgebiet des Steinhuder Meer für die Trocknungsphase des Schlammes zu finden und eine Genehmigung zu bekommen. Des Weiteren eine Entsorgung ist darüber hinaus fast nicht mehr bezahlbar. Es wird deshalb überlegt, eine Umlagerung der Schlammmassen zu veranlassen.

Zu 5. Die Ergebnisse der Tiefenmessungen zeigen, wie sich die Schlammwanderung seit 1937 entwickelt. Die frühere, bis 2,5 m tiefe Rinne, schräg von Südwest in Richtung Nordost existiert nicht mehr. Die Form des Seebodens ist in ständiger Wandlung.   

 Schlussfolgerungen von Michael:

Es erscheint zielführend, die Schlammmassen von den zu entschlammenden Stellen im gesamten Gebiet, auf eine Stelle, nämlich vor dem Sperrgebiet (Naturschutzgebiet) im Westen umzulagern. Damit werden sämtliche Probleme mit der Lagerung des Schlammes, Beschaffung von Flächen, Genehmigungen für Polder, Kosten für die Entsorgung etc. gelöst. Dazu könnte das „neue Schlammlager“ als Flachstelle zur Erweiterung des Naturschutzgebietes angeboten werden (oder gibt es Einwände wegen der Schwermetallbelastung ?). Einzige Preis: Die Nutzer (Wassersportler, Fischer, Personenschifffahrt etc.) hätte weniger Fläche zur Verfügung.

Ein Gedanke zu „5. Forum Steinhuder Meer 2020

  1. Mastrutscher

    Hallo Michael,

    unter den gegebenen Umständen ist es wohl tatsächlich eine akzeptable Lösung, den Schlamm in ein "Schlammlager" im Meer zu pumpen. Das sollte aber unbedingt VOR der Erweiterung des Schutzgebietes im Westenmeer erfolgen, damit nicht noch mehr Fläche verloren geht.

    Ich habe allerdings den Glauben verloren, dass die Politik das hinkriegt. Denn die im Forum erzählte Geschichte ist ein Beispiel für jahrzehntelanger Versäumnisse. Man hätte ja den Schlamm schon zu Zeiten rauspumpen können, wo es noch zulässig war.

    Gruss Mastrutscher

    Gruss

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